Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) Karlsruhe

Hoher Bedarf an Lehrkräften reißt nicht ab! AfB führt Gespräch mit dem Regierungspräsidium Karlsruhe.

Pressemitteilungen

"Der Arbeitsmarkt von Lehrkräften ist im Bereich der Vorbereitungsklassen stark ausgedünnt", so der Vertreter des Regierungspräsidiums (RP) Karlsruhe, Holger Philipp, in seinem Gespräch mit der Arbeitsgemeinschaft für Bildung (AfB) der SPD Karlsruhe am 25. November 2015.

Aus dem, dem Regierungspräsidium Karlsruhe zur Verfügung stehenden Interessentenpool, werden zunächst Lehrkräfte mit zweitem Staatsexamen in Deutsch mit Zusatzqualifikation Deutsch als Fremdsprache ausgewählt. Aber auch an Bewerbern, die über ein zweites Staatsexamen in Deutsch, Englisch oder einer anderen Fremdsprache verfügen sowie an Interessenten aus den Bereichen der Mathematik oder Naturwissenschaften, ist das Regierungspräsidium interessiert.

Rückfragen der Vorsitzenden, Gabriele Stork, über entsprechende Möglichkeiten des Quereinstiegs bejahte Herr Philipp - unter der Bedingung, dass die Personen eine entsprechende Erfahrung bzw. Qualifikation mitbringen müssen. Ob diese Erfahrungen bzw. Qualifikation ausreichend seien, so der Vertreter des Regierungspräsidiums, müssten jedoch im persönlichen Gespräch geklärt werden.

Ebenfalls sprach Gabriele Stork die aktuell diskutierte Frage des Rückrufs der Pensionäre an, durch deren Einsatz die Lücke der fehlenden Lehrkräfte in Vorbereitungsklassen und an Grundschulen verringert werden soll. Mehrarbeit von pensionierten Lehrkräften werde derzeit noch auf die Pension angerechnet, doch der Landtag von Baden-Württemberg diskutiere derzeit über eine Vorlage, die die Streichung dieser Zuverdienstgrenze vorsieht. "Die Karlsruher Schulen sind hier gut versorgt", so Holger Philipp weiter, höherer Bedarf bestehe aber im ländlichen Raum des Regierungsbezirks Karlsruhe.

Erfreut zeigte sich der Vertreter über den neuen Studiengang "Deutsch als Fremdsprache" an der Universität Heidelberg, mit dem zumindest langfristig der Lehrkräftebedarf  gedeckt werden könne.

Auf weitere Nachfragen der Anwesenden hin erläuterte Herr Philipp das Konzept der Ressourcensteuerung, das bei den Gemeinschaftsunterkünften beginnt, das Staatliche Schulamt einbezieht und bei den Schulen und dem Einsatz der Lehrkräfte endet. Die am Gespräch Beteiligten erfuhren dabei auch von der Abordnung zweier Personen des Regierungspräsidiums an die Landeserstaufnahmestelle Karlsruhe, deren Aufgabe es ist, die Bildungsbiographie der Zuwanderer / Flüchtlinge zu erfassen, damit eine genauere Zuweisung in die entsprechenden Klassen erfolgen kann.

Bereits beim Besuch einer Vorbereitungsklasse durch die Arbeitsgemeinschaft an der Elisabeth-Selbert Schule, als auch bei diesem Gespräch wurde bestätigt, dass ein Lernerfolg in den Vorbereitungsklassen voraussichtlich nicht nach einem Schuljahr erfolgen wird. Vielmehr ist davon auszugehen, dass die Jugendlichen für den Erwerb der deutschen Sprache ein weiteres Jahr benötigen werden. So werden entgegen vieler Statistiken die Schülerzahlen aufgrund der Vorbereitungsklassen und der zusätzlichen Aufgaben im Bereich Inklusion um etwa ein Prozent steigen. Weitere Nachfragen der Arbeitsgemeinschaft bezogen sich auf die Frage, ob unter dieser Prämisse die Planungen der Schulentwicklung und der damit verbundenen Schließung von Schulstandorten noch zeitgemäß sind oder ob Karlsruher Schulen evtl. bald ein Platzproblem haben werden.

 
 

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